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Digitalisierungs-Förderung: „Das Potenzial ist immens“

Schon gewusst? Die öffentliche Hand stellt Unternehmen für den Transformationsprozess bis zu 50.000 Euro zur Verfügung. Maik Weihs vom Verband „Die KMU-Berater“ gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Herr Weihs, wie ist Ihrer Erfahrung nach der Informationsstand bei KMUs in Sachen Förderung für die Digitalisierung?

Maik Weihs: Aus meiner Sicht sind die KMUs nicht gut über die Fördermittel der öffentlichen Hand informiert. Zwar lassen sich über die Suchmaschinen im Internet einige Informationen bekommen, jedoch findet man die Förderprogramme nur fragmentiert und nicht komprimiert. Somit fehlt den KMUs die Übersicht und auch der Zugang. Dabei sind etliche Förderungen möglich, die nicht auf den ersten Blick für Suchende im Internet zu erkennen sind.

Welches Potenzial liegt in dieser Förderung?

Maik Weihs: Das Potenzial ist immens. Je nach Größe und Vorhaben können zwischen 1.500 und 50.000 Euro an Fördermitteln beantragt werden. In Abhängigkeit vom Unternehmen und der Kombination der Förderungen kann das dazu beitragen, Digitalisierungsprojekte im Mittelstand umzusetzen und einen erheblichen Anteil der Beratungskosten hierüber abzudecken.

Was genau wird gefördert?

Maik Weihs: Im Wesentlichen decken die Förderungen die Beratung, Konzeption und Umsetzung ab. Investitionen in Hardware- und Softwarelizenzen und ähnliches sind von den Förderungen ausgeschlossen. Diese Investitionen können aber beispielsweise über vergünstigte Kreditangebote – Stichwort KfW-Mittel – finanziert werden.

In der Zwischenzeit gehen viele Anbieter von Software und Hardware allerdings zu einem monatlichen Lizenzsystem über, was die Investitionen in diesem Bereich deutlich überschaubarer macht.

Welche Förderungen gibt es überhaupt?

Maik Weihs: In Summe sind sehr viele Förderungen möglich. Einen Gesamtüberblick zu den Möglichkeiten ist aufgrund der Vielzahl der Programme an dieser Stelle nicht möglich. Für die Digitalisierung lassen sich auf Bundesebene zwei wesentliche Förderungen benennen: das Programm „Go-Digital“ des Bundeswirtschaftsministeriums und das Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

In NRW, um ein Länderbeispiel anzuführen, kann man auf das Förderprogramm „Mittelstand.innovativ!“ und die „Potenzialberatung“ der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung zurückgreifen.

Was lässt sich mit diesen Förderungen erreichen – und wo liegen die Grenzen?

Maik Weihs: Grundsätzlich können die Förderungen den Wandel und somit die digitale Transformation beschleunigen und die damit verbundenen Kosten für KMUs deutlich reduzieren.

Im Hinblick auf den Prozess von einer Digitalisierungsstrategie bis hin zur Umsetzung können die unterschiedlichen Programme Mittelständler dahingehend unterstützen, dass das fehlende Know-How über temporäre Berater und Unternehmen hinzugezogen werden kann. Dies wiederum senkt die Hemmschwelle, einen Digitalisierungsprozess im Unternehmen anzustoßen und weiterzuentwickeln.

Die Förderprogramme bieten an der Stelle unkomplizierte Unterstützung. Sie sind jedoch in der Höhe und der Mittelverwendung begrenzt. In der Regel werden lediglich Beratungskosten, sprich der zeitliche Aufwand von Know-How-Trägern, gefördert.

Ist externe Beratung zwingend nötig?

Maik Weihs: Aus meiner Sicht ist sie unausweichlich. In der Regel fehlen in den Unternehmen das Know-How und die Zeit für die Durchführung von solchen Projekten. Oftmals werden sie neben dem Tagesgeschäft umgesetzt – die Folgen sind gestiegene Kosten und eine deutliche Terminüberschreitung.

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