Sanierer Wissensdatenbank, Sanierer News, 11.05.2016

Unternehmen in Schwierigkeiten und Beratungsförderung

Die neuen Richtlinien zur Beratungsförderung geben auch "Unternehmen in Schwierigkeiten" eine Chance, Beratungszuschüsse zu erhalten.


KMU-Berater Schader

KMU-Berater Thomas Schader

KMU-Berater Thomas Schader schildert in seinem Beitrag, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen und was zu beachten ist, wenn Förderanträge für Unternehmen in Schwieriigkeiten gestellt werden sollen.

Definition Unternehmen in Schwierigkeiten

Unternehmen müssen die Leitlinien der EU erfüllen:

  • Bei der Rechtsform GmbH ist mehr als die Hälfte des Stammkapitals verbraucht
  • Bei Personengesellschaft oder Einzelunternehmen ist die Hälfte der Eigenmittel durch aufgelaufene Verluste verloren gegangen

Nicht förderfähig sind:

  • Unternehmen im Insolvenzverfahren
  • Unternehmen, die die Voraussetzung zur Eröffnung eines Insolvenz-verfahren erfüllen

Das bedeutet: Eine aktuelle Verlustsituation kann vorhanden sein - sie darf aber noch nicht zu Insolvenzantragsgründen führen.

Details der Definition werden in den kommenden Monaten beim Fördergeber noch diskutiert werden.

Förderzweck bei Unternehmen in Schwierigkeiten

Förderzweck ist das Wiederherstellen der Leistungs-und Wettbewerbsfähigkeit. Ziel dabei ist es, Entlassungen vorzubeugen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Untersuchung der Krisenursachen, des Krisenstadiums sowie der Entwicklung des Unternehmens
  • Wo befindet sich das Unternehmen derzeit?

    • In der historischen Entwicklung?
    • Im Vergleich zur Branche?

  • Transparenz der wirtschaftlichen Situation herstellen
  • Liquidität im Unternehmen wieder herstellen
  • Produktivität im Unternehmen wieder herstellen
  • Mitarbeiterentwicklung überprüfen und Ausbildungsbedarf erarbeiten
Antragstellung für Unternehmen in Schwierigkeiten

Bei diesen Unternehmen bedarf es eines Vorgesprächs mit einer der Leitstellen im Beratungsprogramm, um die Förderfähigkeit abzuklären. Nach der Antragstellung wird die Förderung schriftlich durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Aussicht gestellt. Erst wenn diese Bestätigung vorliegt darf mit der Beratung begonnen werden.

Generelle Informationen zur Beratungsförderung des Bundes finden Sie in den "KMU-Berater News 2016-01: Beratungsförderung - Chance für den Mittelstand".