Startseite / Fachthemen / Personal / Ausbildung / Siemens und Löscher – Schlussfolgerungen für Mittelständler

Siemens und Löscher – Schlussfolgerungen für Mittelständler

Inhabergeführte kleine und mittelständische Unternehmen können nicht einfach den Chef auswechseln, „wenn es nicht mehr passt“, wie es Siemens aktuell getan hat. Aber sie sind vergleichbaren Situationen trotzdem nicht hilflos ausgeliefert, betont Olaf Buschikowski, Leiter der Fachgruppe Personal im Verband Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e.V..
Peter Löscher hat als von außen kommender Manager den Korruptionssumpf bei Siemens erfolgreich trocken gelegt. Nach Erledigung dieser Aufgabe scheint er jedoch nicht mehr das passende Managerprofil für die nächsten Entwicklungs-Etappen bei Siemens zu haben. Also wird der Vorstandsvorsitzende ausgewechselt.
Auch inhabergeführte Unternehmen kennen die Situation, dass die aktuelle Unternehmensphase ein anderes Führungsprofil erfordert als es die derzeitige Chef-Persönlichkeit hat, betont Buschikowski vom KMU-Beraterverband. Er nennt als ein Beispiel den Gründer, der erfolgreich aufgebaut hat, aber das Handwerkszeug für die eingetretene Krisensituation nicht beherrscht. Ein anderes Beispiel ist starkes Unternehmenswachstum, das vom Chef erfordert, nicht mehr selber in der Produktion oder Verkauf mit zu arbeiten, sondern sich auf die Führungsaufgaben zu konzentrieren.
„Wichtig ist, das eigene Stärkenprofil selbstkritisch zu beobachten: Welche Führungsanforderungen erfülle ich gut, welche Chef- und Führungsaufgaben fallen mir eher schwer?“ erläutert Buschikowski. Diese Fragen sollten sich Unternehmer/innen nicht nur zu Beginn der Unternehmerlaufbahn stellen, sondern in regelmäßigen Abständen. Denn Erfahrungen verändern das Stärken-Schwächen-Profil und schärfen den Blick.
Die unternehmerische Konsequenz aus schwächer ausgeprägten Kompetenzen heißt, diese durch entsprechende Mitarbeiterprofile auszugleichen. „Wichtige Mitarbeiter/innen sollten danach ausgesucht werden, dass sie die Chefin / den Chef gut ergänzen können“. Die KMU-Berater beobachten in ihrer Beratungspraxis aber oft das Gegenteil, so Buschikowski: Es werden Mitarbeiter/innen eingestellt, die „so ticken wie man selber“. Damit werde aber kein konstruktives Umfeld, sondern eher eine unkritische Ja-Sager-Atmosphäre geschaffen.
Als Einstieg in die eigene Stärken-Schwächen-Analyse empfiehlt KMU-Berater Buschikowski das Aufschreiben aller Chefaufgaben. Für jede Chefaufgabe kann dann überlegt werden, wer der oder die „Richtige“ dafür ist. In einem weiteren Schritt werden die Chefaufgaben zeitlich über das Jahr geplant. Eine Schrittfolge für die Vorgehensweise und ein Arbeitsblatt dazu gibt es im Internet unter www.kmu-chefaufgaben-check.de – eine Seite von KMU-Berater Carl-Dietrich Sander.
Wenn es für bestimmte Chefaufgaben kein passendes Mitarbeiterpotential im Unternehmen gibt, empfiehlt Buschikowski, entsprechende Unterstützung punktuell von Beraterseite in Anspruch zu nehmen.
Weitere Informationen:
Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e. V.Fachgruppe PersonalOlaf Buschikowski
Tel: 0 68 31 – 76 49 27-1 E-Mail: buschikowski@kmu-berater.de
Die Pressemitteilung können Sie im Anschluss als pdf herunter laden.
pm_kmu-beraterverband_siemens-loescher-kmu_20130808.pdf

Weitere Beiträge der Kategorie Personal / Ausbildung

Neuer Zertifikatslehrgang zum KMU-Fachberater Sanierung und Turnaround

Der neue Zertifikatslehrgang zum KMU-Fachberater Sanierung und Turnaround befähigt KMU-Berater, einen Turnaround in KMUs erfolgreich beratend zu begleiten.

Mehr erfahren
Buch Leitfaden für ganzheitliches Personalmanagement

Buchvorstellung: „Leitfaden für ganzheitliches Personalmanagement“

Die Autor*innen bieten mit ihrem Buch eine unterstützende Orientierungs- und praktische Handlungshilfe für Personalverantwortliche in KMUs.

Mehr erfahren

Fußball-Bandenwerbung reicht nicht mehr

H.-Peter Werminghaus rät, den Fachkräftemangel mit moderner Außendarstellung zu begegnen und warnt vor der Kluft zwischen den Generationen.

Mehr erfahren
Praxisfall Wiedereinstellungsinterview

Praxisfall: Wiedereinstellungsinterview

Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel in vielen Branchen ist eine Wiedereinstellung bei erneutem Leistungsprofil eine gute Voraussetzung für eine Integration der alten Belegschaft.

Mehr erfahren
Betriebliches Eingliederungmanagement BEM

Betriebliches Eingliederungsmanagement erfolgreich einführen

Die KMU-Berater Werner Broeckmann und Axel Stauffenberg schildern, warum aus BEM kein bürokratisches Monster entstehen muss.

Mehr erfahren
Unternehmensführung

Was zeichnet eine gute Unternehmensführung aus?

Die Kombination aus einer natürlicher Grundbegabung für den Umgang mit Menschen und einem gut gefüllten Führungs-Instrumentenkasten ist eine erfolgsversprechende Ausgangssituation.

Mehr erfahren

Vorteile für Mitglieder

  • Erweitertes Netzwerk
  • Fachlicher Austausch
  • Wissensaufbau
  • Mehr PR & Marketing
  • Sichtbarkeit im Netz
Alle Vorteile für Mitglieder

Projektanfrage

Sie haben ein themenübergreifendes Projekt oder suchen die Expertise eines Beraters zu einem konkreten Thema? Gerne nehmen wir uns Ihrer Anfrage persönlich an und suchen den richtigen KMU-Berater für Sie.

Und so einfach geht's:

  • Ihre Anfrage wird an alle KMU-Berater weitergeleitet
  • Sie erhalten nur Feedback von relevanten KMU-Beratern
  • Bei themenübergreifenden Projekten kooperieren die KMU-Berater untereinander
Zur Projektanfrage