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Sanierungsmöglichkeiten im stark volatilen Umfeld

Die Unternehmen stehen in einem stark volatilen Umfeld vor Herausforderungen der internen und externen Kommunikation. Sie müssen lernen, sich auf ein unsicheres und unübersichtliches Umfeld einzustellen. Die größte Herausforderung hierbei liegt darin, Sanierungsmöglichkeiten beziehungsweise eine Sanierungsphase im stark volatilen Umfeld zu bewerkstelligen. Simulationen zu entwickeln, die auf unsicheren oder angreifbaren Annahmen beruhen müssen, ist nur ein Teil der Herausforderung.

Der Wert von Mitarbeiter:innen

Dabei sind motivierte und kreative Mitarbeiter:innen unentbehrlich, die dem Unternehmen weiter vertrauen, lösungsorientiert denken und eigenverantwortlich Entscheidungen treffen. Aus der Vielzahl der interessanten Ideen der Mitarbeiter:innen kann ein Weg für das Unternehmen gefunden werden, welcher hinreichend wahrscheinlich zu einer Lösung führen kann. Auf diese Weise sind in vielen Unternehmen auch in Zeiten der Corona-Pandemie viele kreative Ideen gefunden worden, um sogar aus der Krise noch gestärkt hervorzugehen.

Herausforderungen im volatilen Umfeld

Im Rahmen der Fachgruppensitzung Unternehmenssanierung wurden Sanierungsmöglichkeiten und Grenzen von Unternehmenssanierungen im volatilen Umfeld im Oktober 2022 diskutiert.

Die aktuellen Schwierigkeiten zeichnen sich für Unternehmen durch Probleme in den Lieferketten, gesellschaftliche Umbrüche sowie den damit verbundenen Kostensteigerungen in nahezu allen Bereichen aus. Hinzu kommen die Schwierigkeiten durch den Fachkräftemangel und die Angst vor zu starken Lohnforderungen der Mitarbeiter.

Neben den Wandlungen im politischen Bereich, welche sich für viele Unternehmen bemerkbar machen, stellen technologische Entwicklungen in Zukunft viele Geschäftsmodelle in Frage. Ebenso ist der digitale Wandel ein komplexer, vielschichtiger Prozess, welcher einen beachtlichen Wandel am Arbeitsplatz mit sich bringt, der sich auf jeden Teil eines Unternehmens auswirken wird.

Auswirkungen auf KMU

Bei den kleinen und mittelständischen Kunden wirken sich diese Faktoren unmittelbar aus. Dazu gehört beispielsweise, dass Aufträge nicht bearbeitet werden können und damit Umsätze und Deckungsbeiträge fehlen.

Auswirkungen auf Kreditgeber und Steuerberater

Da Banken und Kreditgeber die Risiken ebenfalls wahrnehmen, verschärft sich weiterhin die Kreditvergabe der Banken. Teilweise scheitern Kreditvergaben schon daran, dass keine Bilanzen vorliegen.

Die Steuerberater sind vielfach mit ihren zusätzlichen Aufgaben in der Corona-Zeit, wie das Beantragen der Coronahilfen, an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Auch hier macht der Fachkräftemangel ein Aufstocken der Kapazitäten sehr schwer.

Einschätzung der Fachgruppe Sanierung

Insgesamt erwarten die KMU-Berater und -Beraterinnen in der Fachgruppe Sanierung, dass sich das Umfeld für Sanierungen verschärfen wird.

Geschäftsmodellinnovationen nötig

Nach wie vor wird auch in Zukunft die Frage im Mittelpunkt stehen, ob und wie ein Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ein „neues“ oder verändertes Geschäftsmodell entwickeln kann, um damit seine wirtschaftliche Existenzberechtigung darzustellen. Das Thema Geschäftsmodellinnovation – oder zumindest Geschäftsmodellanpassung – steht vielen Unternehmen noch bevor.

In einem zweiten Schritt wird man stärker als in der Vergangenheit verschiedene Szenarien durchdenken und darstellen müssen, um diese Unsicherheiten und die möglichen Konsequenzen darzustellen.

Liquidität wichtiger Faktor

Gelingen diese ersten Schritte, muss dies auch in einer „annehmbaren Zeit“ umsetzbar und erreichbar sein. Mit diesen Szenarien ist die Frage verbunden, welche Liquidität zur Umsetzung notwendig ist. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, ob die verschiedenen Beteiligten auch bereit sind, die erforderliche Liquidität zur Verfügung zu stellen.

Worauf es jetzt ankommt

Sich auf die neuen Entwicklungen einzustellen, ist der erste Schritt, um sich an das neue Umfeld anzupassen.

Gerade in Zeiten der aktuellen Krise wird es notwendig sein, dass Planungen realistisch und seriös dargestellt werden. Die Zeiträume zur Überwachung der Insolvenzantragsgründe sollen verkürzt werden. Es wird erwartet, dass dadurch die Zahl der Insolvenzen eingebremst werden und eine große Insolvenzwelle vermieden werden kann.

Zudem ist zu erwarten, dass die Anforderungen der Kreditgeber tendenziell steigen. Insbesondere bei den Banken ist heute eine deutliche Verschlechterung der Bereitschaft zur Kreditvergabe festzustellen. Für Unternehmen ist es daher erforderlich, sich besser auf Bankengespräche vorzubereiten.

Auch Planungen, die bisher meist jährlich aktualisiert wurden, sollten nun häufiger aktualisiert werden, um sich neueren Entwicklungen anzupassen und gegebenenfalls auch neue Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln. Die Verpflichtung, die Durchfinanzierung für einen Zeitraum von 24 Monaten überwachen zu können (StaRUG), führt auch dazu, dass mindestens Zweijahresplanungen notwendig werden. Darauf sollten sich die Unternehmen vorbereiten.

Fazit

Allgemein kann man sagen, dass ein solch volatiles Umfeld Unternehmen vor einige Herausforderungen stellt. Hier den Überblick zu behalten, sich auf Gespräche vorzubereiten und seine Unternehmenskennzahlen im Blick zu behalten, gibt nicht nur den eigenen Mitarbeitern Sicherheit.

Haben Sie Fragen zum Thema „Unternehmensführung und Sanierung im stark volatilen Umfeld“? – Die Mitglieder der Fachgruppe Sanierung beraten Sie gerne!

Diese Zusammenfassung der Diskussion der Fachgruppe Sanierung zur Tagung am 20.10.2022 wurde erstellt von Werner Broeckmann (Mitglied der Fachgruppe Sanierung) und Thomas Schader (Leiter der Fachgruppe Sanierung).

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