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Stichwort BIM: Auch kleine Handwerksbetriebe müssen sich womöglich umstellen

Dieses Szenario dürfte nahezu jedem Bauherrn, ob privater Häuslebauer oder Großinvestor, bekannt vorkommen: Weil es bei einem der Gewerke „hakt“, kommt es zum berühmt-berüchtigten Domino-Effekt: Auch die anderen Handwerker können nicht weiterarbeiten. Der gesamte Bau verzögert sich, im schlimmsten Fall um Monate, wenn nicht gar Jahre. Nicht selten sind Planungsfehler bzw. -änderungen der Grund. Eine noch recht neue Methode soll negative Entwicklungen dieser Art künftig verhindern: BIM.

Wenn der dreidimensionale Rundum-Plan Standard wird, wäre das eine Revolution am Bau

Die Abkürzung steht für „Building Information Modeling“ oder, in der deutschen Version, „Bauwerksdatenmodellierung“. Im Kern geht es dabei um ein digital erstelltes Modell eines Bauprojekts, das sämtliche Planungen und Kalkulationen bis hin zum Betrieb eines Bauwerks über die gesamte Lebenszeit dreidimensional erfasst.

„Damit ließe sich ein Gebäude im Idealfall zu 100 Prozent durchplanen“, sagt Werner Broeckmann, Leiter der Fachgruppe Bauwirtschaft im Verband „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e.V.“. Das sei alles andere als banal, vielmehr fast schon revolutionär: „Denn bislang entsteht ein Gebäude in aller Regel auf Basis mehrerer Einzelpläne, etwa für den Rohbau, die Gebäudetechnik etc.“. Und diese Pläne würden bereits während der Bauphase immer wieder den Gegebenheiten angepasst. Kommt es zu Änderungen, werden mögliche Konsequenzen nicht automatisch angezeigt.

Beispiel Fenster

Beispiel Fenster: „Entscheidet sich der Bauherr, ein Fenster zu vergrößern, scheint das auf den ersten Blick kein Problem zu sein, wenn die Statik mitspielt. Was aber, wenn der Elektriker direkt unter dem Fenster einen Kabelkanal geplant hatte und nun umdisponieren muss? Dann entstehen womöglich beträchtliche Zusatzkosten, die im Vorfeld natürlich niemand kalkuliert hatte – von der verlorenen Zeit ganz zu schweigen.“

BIM bei Ausschreibungen verbindlich

Werner Broeckmann hält es für möglich – und auch für begrüßenswert -, dass BIM in einigen Jahren flächendeckend Standard wird. Dies ist auch das erklärte Ziel der Politik. So wurde BIM zum Beispiel in den Koalitionsvertrag der NRW-Landesregierung aufgenommen: Es soll bei öffentlichen Ausschreibungen ab 2020 verbindlich sein.

Herausforderungen für KMU

„Die Planungsphase wird damit zwar etwas länger, dafür ersparen sich alle am Bau beteiligten Parteien unzählige böse Überraschungen“, ist er sich sicher. Doch er sieht in der damit verbundenen Umstellung auch eine große Herausforderung für kleine und mittelständische Betriebe. Denn wenn BIM wirklich auf breiter Ebene funktionieren soll, könnten nicht nur große Architekturbüros oder Generalunternehmer damit arbeiten.

„Im Grunde müsste sich jedes beteiligte Gewerk, das eigene Pläne fertigt und auf deren Basis arbeitet, BIM-fähig machen.“ Dazu gehören unter anderem Haustechnik (Heizung, Klima etc.) und Metallbau. „Die erforderlichen Investitionen für Software und Fachpersonal sollten Firmen für die kommenden Jahre einplanen oder das Thema zumindest auf dem Schirm haben“, rät Werner Broeckmann.

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