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Finanzierung in Corona-Zeiten

Was bedeuten die aktuellen Entwicklungen für die Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)? Diese Frage stand über allen Themen, die die Fachgruppe Finanzierung-Rating bei ihrem ersten Präsenz-Treffen in diesem Jahr am 25. Juni diskutierte.

Erstes Präsenztreffen – auch das eine Corona-Folge. Denn der eigentliche erste, für den 02. April geplante Termin fiel natürlich Corona zum Opfer. Zwischenzeitlich hatte sich die Fachgruppe Finanzierung-Rating zweimal zu einem Video-Austausch von je 90 Minuten zu aktuellen Entwicklungen getroffen. Aber es bestand Einigkeit, dass der persönliche Austausch auf Dauer dadurch nicht zu ersetzen ist.

Themen

Im Mittelpunkt des Tagestermins der 13 Mitglieder und drei Gäste standen der Erfahrungsaustausch und die Marktbeobachtung. Einige Schlaglichter daraus:

• In den Entscheidungsprozessen der Banken und Sparkassen beobachten wir zunehmend einen stärkeren Einfluss der Marktfolge mit ihrer risikogeprägten Sichtweise. Das ist mit Blick auf die Konjunktur einerseits verständlich. Aber als Berater*innen vermissen wir die unternehmerische Perspektive auf Bankenseite beim Blick auf deren Firmenkunden. Für viele Unternehmen gerade mit mittlerer Bonität kann sich diese Entwicklung deutlich negativ auswirken.

• Für die Finanzierung über Internetportale wird der Erfahrungsschatz immer größer. Als Ergänzung zur Hausbankfinanzierung werden sehr unterschiedliche Erfahrungen mit den verschiedenen Anbietern gemacht. Dieses Thema ist ständiger Punkt in den Fachgruppen-Treffen.

• Für Avale im Rahmen des Geschäfts der Mandanten empfehlen viele Kollegen das Ausweichen auf die Kautionsversicherer – vor allem Euler-Hermes, R + V, VHV und AXA. Damit können die Kontokorrentlinien bei den Hausbanken geschont werden, die meist als kombinierte Linie inklusive der Avale laufen.

• In der Finanzierungsstrategie streben viele Beraterkollegen für ihre Mandanten an, die Kontokorrentlinie bei der Hausbank möglichst unbesichert zu verhandeln und alle Mobilien- und Immobilien-Finanzierungen über Spezialanbieter zu leiten.

• Diskutiert wurden auch die Stundungen im Rahmen von Corona. Wenn das Geschäft der Unternehmen 2020 doch besser laufen sollte als erwartet, werden die Steuerstundungen die Unternehmen 2021 wieder einholen. Alle anderen Stundungen sind ohnehin nur befristeter Aufschub. Das ist in den Liquiditätsplanungen zu berücksichtigen.

• Die Kreditinstitute sind nach wie vor oft zögerlich bei der Nennung der Rating-Ergebnisse. Darauf sollten Unternehmen bestehen und diese dann mit dem Ratingnotenvergleich des Verbandes einschätzen mit Blick auf die weitere Kreditbereitschaft ihrer Bank: www.ratingnoten.kmu-berater.de.

Ausblick

Nachfolge ist nicht nur ein Thema in Unternehmen, sondern auch immer mal wieder in der Leitung der Fachgruppen des Verbandes Die KMU-Berater. In der Fachgruppe Finanzierung-Rating steht die Nachfolge in der Leitung zum Ende des Jahres an. Daher wurden auch die Aktivitäten der Fachgruppe diskutiert. Für die weitere Arbeit wird eine Teamlösung in der Leitung der Fachgruppe favorisiert.

Das nächste Treffen der Fachgruppe Finanzierung-Rating findet am 19. November 2020 in Neuss statt. Bei Interesse an einer Teilnahme als Gast bitte den Fachgruppenleiter ansprechen.

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