Presseinformation, News, 03.12.2018

Mittelstandsfinanzierung: In 3 Schritten zur optimalen Finanzierung

Trotz günstiger Rahmenbedingungen für Mittelstandsfinanzierungen empfiehlt KMU-Berater Christoph Rasche den Unternehmen vorausschauendes Handeln und eine Strategie in drei Schritten, um einer möglichen Verschlechterung der Kreditsituation gezielt zu begegnen.


„Das Umfeld für die Mittelstandsfinanzierung ist derzeit sehr günstig. Das sollten die Unternehmen nutzen, um jetzt die Weichen für ihre mittel- und langfristige Finanzierung gezielt zu stellen. Die noch guten Rahmenbedingungen können sich schneller negativ verändern, als wir es heute einschätzen. Die Bankenaufseher warnen bereits seit einiger Zeit vor einer Verschlechterung der Kreditsituation“. Dies ist auch die aktuelle Einschätzung der Finanzierungsexperten des Verbandes „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e. V.“

Hintergrund sind die Warnungen, die zuletzt die Deutsche Bundesbank in ihrem „Finanzstabilitätsbericht 2018“ ausgesprochen hat. Laut Bundesbank wird die Kreditvergabepolitik der Banken und Sparkassen derzeit positiv beeinflusst von den aktuell geringen Aufwendungen für Kreditrisiken – der guten Konjunktur sei Dank. Dies werde jedoch nicht dauerhaft anhalten. Viele Kreditinstitute würden im nächsten Abschwung ihre Kreditvergabe deutlich zurückfahren müssen.

„Damit entsteht für die Unternehmen eine zwiespältige Situation“ erläutert Christoph Rasche, stellvertretender Leiter der Fachgruppe Finanzierung-Rating im Bundesverband Die KMU-Berater. Einerseits läuft die Finanzierung derzeit meistens unproblematisch, so dass eigentlich kein Handlungsbedarf gesehen wird. Andererseits ist es gerade diese Ausgangslage, die jetzt vorausschauendes Handeln ermöglicht.

Drei-Schritt-Strategie: Bestandsaufnahme - Finanzierungsbedarf - Finanzierungsstrategie

Die KMU-Berater empfehlen den Unternehmen daher eine Drei-Schritt-Strategie: Im ersten Schritt erfolgt eine kritische Bestandsaufnahme aller laufenden Kredit- und Sicherheitenverträge. Zur Bestandsaufnahme gehört es auch, eine realistische Einschätzung der eigenen Verhandlungsmachtposition gegenüber Kreditgebern zu erarbeiten. Diese beinhaltet aus Sicht der KMU-Berater folgende drei Informationen über die Einschätzung des Unternehmens durch die Kreditgeber: Rating, Kapitaldienstfähigkeitsberechnung sowie Bewertung der zur Verfügung gestellten Kreditsicherheiten.

Im zweiten Schritt wird der Finanzierungsbedarf für die nächsten ein bis zwei Jahre eingeschätzt. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Ziele und der daraus abgeleiteten Investitions- und Geschäftsplanung. Wichtig sei dabei, so Rasche, nicht nur den Bedarf an Investitionsfinanzierungen im Blick zu haben, sondern auch einen eventuell wachsenden Bedarf für Betriebsmittel wie zum Beispiel Bestände, halbfertige Arbeiten und Kundenforderungen.

Im Abgleich mit Bestandsaufnahme und Zielen wird dann als dritter Schritt eine Finanzierungsstrategie für die kommenden Monate erarbeitet und mit einem klaren Aktivitätenplan umgesetzt.

Risikofähigkeit der Kreditinstitute einschätzen

„Besonders wichtig ist dabei mit Blick auf die Aussagen der Bundesbank auch die Einschätzung der weiteren Kreditvergabebereitschaft der eigenen Banken und Sparkassen“ betont Rasche. Dazu gehört ein Blick in die Bankzahlen, um die weitere „Risikotragfähigkeit“ der Institute – wie die Bankenaufsicht es nennt - einschätzen zu können. 

Bundesprogramm "Förderung unternehmerischen Knowhows"

Unternehmen, die das Thema mit beratender Unterstützung angehen möchten, weisen die KMU-Berater auf die Fördermöglichkeiten durch das Bundesprogramm „Förderung unternehmerischen Knowhows“ hin. Alle Mitglieder des Bundesverband Die KMU-Berater sind durch ihre Mitgliedschaft zu diesem Förderprogramm als Berater/innen zugelassen.

Weitere Informationen rund um die Unternehmensfinanzierung stellen die KMU-Berater in ihrer Wissensdatenbank zur Verfügung.